Ortskernentwicklung
Aus der Kommission Ortskernentwicklung
DEN DORFKERN ERNEUERN – ABER WIE?
WAS MACHT ZIEFEN ZU ZIEFEN?
Ziefen besitzt ein einmaliges Ortsbild und eines der schönsten im Baselbiet. Aber: Das was Ziefen zu Ziefen macht, das, was den Ort aus der Beliebigkeit heraushebt, ist durch Verwahrlosung und Verödung entlang der Verkehrsachse bedroht und das massiv zugenomme Verkehrsaufkommen dominiert die Kernzone.
WIE WEITER?
Mit der geplanten Sanierung der Hauptstrasse durch den Kanton ist eine einmalige Chance gegeben, den Ortskern neu zu denken. In einem ersten Schritt haben drei Architektur- und Planungsteams zusammen mit dem Gemeinderat, dem Baselbieter Heimatschutz, Einwohnerinnen und Einwohner sowie weiteren Fachpersonen die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklungsplanung erarbeitet.
Informationen aus der Kommission
Mitteilungsblatt Nr. 4 vom 24. April 2026
Die Kommission Ortskernentwicklung hat ihre Tätigkeit in einem umfassenden Bericht an den Gemeinderat (GR) zusammengestellt und möchte die Bevölkerung mit dieser "Kurzversion" direkt über den Stand ihrer Arbeit informieren.
Die Kommission wurde an der Einwohnergemeindeversammlung (EGV) vom 11.11.2021 gewählt und erhielt den Auftrag, die Ergebnisse aus dem Prozess "Das Dorf neu denken" sowie die über 200 Rückmeldungen zu den ausgestellten Ergebnissen auszuwerten. Weiter sollte sie die Berücksichtigung der Forderungen der von über 300 Ziefner:innen eingereichten Petition vom März 2021 sicherstellen und Vorschläge für eine zukünftige Dorfentwicklung ausarbeiten.
In den "Grundlagen für Entwicklungskonzept Ortskerngestaltung [pdf, 165 KB]" hat die Kommission die ersten Arbeitsergebnisse zusammengefasst und mögliche zukünftige Entwicklungsschwerpunkte vorgeschlagen. Der Gemeinderat genehmigte dieses Grundlagenpapier am 23.05.2022 und liess in der EGV vom 24.11.2022 einen Kredit von CHF 100‘000.- für die weitere Planung der "Ortskernentwicklung" bewilligen.
Mit diesem Kredit erhielt die Kommission Ortskernentwicklung den Auftrag, die Arbeitsergebnisse in Zusammenarbeit mit Architekten, Fachplanern und den zuständigen Ämtern zu konkretisieren und konkrete Umsetzungsvorschläge auszuarbeiten.
Im Plan Guide [pdf, 17.1 MB] wurden die Resultate dieser Arbeitsphase zusammengestellt. Dieser dient als Basis und Orientierung für die zukünftige Entwicklung. Der Plan Guide wurde der Bevölkerung in der Infoveranstaltung vom 16.04.2024 vorgestellt, vom GR am 11.11.2024 genehmigt und anschliessend der Bevölkerung per Postversand zugestellt. Der Kanton leistete dazu aus dem Fonds für regionale Projekte mit Modellcharakter einen Betrag von CHF 30'000.- an die Planungskosten.
Während der Ausarbeitung des Plan Guides hat die Kommission folgende weitere Themen/ Inhalte bearbeitet:
Gestaltung Strassenraum
- Durch die intensive Begleitung des Verkehrs-, Betriebs- und Gestaltungskonzept (VBG) Hauptstrasse Ziefen des Tiefbauamtes Baselland (TBA BL), konnten die Anzahl Bushaltestellen erhalten bleiben und die Sicherheit der Fussgänger:innen (durchgehendes Trottoir, Fussgängerstreifen) verbessert werden.
- Bei der Oberflächengestaltung und Materialisierung wurde auf ortstypische Belage, neue Baumstandorte und die Berücksichtigung von Hitzeminderungs- und Retentionsmassnahmen hingewirkt.
Hochwasserschutz
- Erfolgreiche Intervention der Gemeinde, das Hochwasserschutzprojekt (HWS-Projekt) vorzuziehen und parallel zum VBG anzugehen.
- Intensive Begleitung des HWS-Projekts des TBA
- mögliche Verschiebung des Bachraums zugunsten Planungssicherheit zwischen Hauptstrasse und Bach im Bereich Gemeindeverwaltung - Kirchgasse mit Kanton geprüft und Zusage erreicht
- Planungssicherstellung betreffend Entwicklung der Parzelle Gemeindehaus/Werkhof
- Fraumatt-Gebiet als mögliche Wasserrückhaltefläche (Retentionsraum) ins Hochwasserschutz Projekt eingebracht
- Kontakt mit der Gebäudeversicherung Baselland betreffend Unterstützung bei weiteren Projekten zum Hochwasserschutz auf dem Gemeindegebiet
- Gestaltung Bachraum (mit Gewässerschutzlinie)
- Klarheit betreffend Planung «Gewässerbaulinie» (Offerten liegen vor)
- Abklärung beim Kantons den Bach im Bereich Gemeindehaus - Kirchgasse um 2 Meter verschieben zu können, um für die Gebäude zwischen Strasse und Bach mehr Aussenraum schaffen zu können.
Studie Werkhof / Kirchgasse
- Umfassende Abklärung möglicher Alternativstandorte für den Werkhof
- Entscheid Standort Werkhof im Zentrum beibehalten
- Entsorgungsvarianten im Bereich Werkhof geprüft, um Areal zwischen Werkhof und Gemeindeverwaltung für mögliche Bebauung freizuhalten.
- Abklärungen Raum- und Nutzungsbedarf Werkhof
- Turnerschüre und Kirchgasse 2: Möglichkeit den Lagerraum der Gemeinde und Nutzungsbedarf für Vereine und Institutionen im Werkhofareal zu integrieren abgeklärt, um Turnerschüre und Kirchgasse 2 für zukünftige Entwicklung freizuhalten.
Abklärungen für mögliche Bebauung im Bereich Werkhof- Gemeindeverwaltung
- Raumplanerische Klärung mit dem Amt für Raumplanung (ARP) : ÖW-Zone beim Werkhof/Gemeindehaus kann mit Bauland der Gemeinde oberhalb Gewerbezone abgetauscht werden
- Klärung des idealen Verfahrens (Teilzonenplan) um eine zukünftige Bebauung zwischen Gemeindeverwaltung und Kirchgasse realisieren zu können.
- Klärung des Bedarfs an Wohnraum (altersgerechte Wohnungen und Wohnungen für junge Erwachsene)
- Erarbeitung erster Bebauungs- und Gestaltungsvarianten
Fusswegnetz
- Die geplanten Fusswege im Strassennetzplan Siedlung wurden geprüft und mit Parzellenbesitzern erörtert.
- Im Einverständnis mit dem Parzellenbesitzer wurde am Fussweg zwischen Hübel und Kirchgasse eine Sitzgelegenheit erstellt.
Im Auftrag des Gemeinderates hat die Kommission eine Vorlage für einen Planungskredit "Teilzonenplan Zentrum " ausgearbeitet.
Dieser wurde in der Infoveranstaltung vom 04.11.2025 der Bevölkerung vorgestellt. In den Rückmeldungen wurde ersichtlich, dass zuerst Fragen der Umsetzung Strassensanierung und des Hochwasserschutzes geklärt, sowie die Realisierung der Schulhauserweiterung vorangetrieben werden sollten.
Der GR hat den zuständigen Stellen des Kantons anfangs 2026 schriftlich mitgeteilt, dass die Bevölkerung und der Gemeinderat detaillierte Informationen über die weitere Planung und Realisierung der Strassensanierung und des Hochwasserschutzes wünscht, um die im Plan Guide festgehaltenen möglichen Dorfentwicklungsprozesse auf verlässlicher Grundlage weiterverfolgen zu können.
Die Kommission wird ihre Tätigkeit in naher Zukunft auf die Begleitung der Sanierung Hauptstrasse und Umsetzung des Hochwasserschutzes, sowie der Festlegung des Gewässerraumes und der Gewässerbaulinie fokussieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Planung des Erhalts und der Optimierung des Fusswegnetzes sein.